| Name: | Salginatobelbrücke |
| Ort: | Schiers |
| Land: | Schweiz |
| Konstruktionstyp: | Bogenbrücke |
| Fertigstellung: | August 1930 |
| Ingenieur: | Robert Maillart |
| Lehrgerüst: | Richard Coray |
| Verkehrsart: | Straße |
| Material: | Stahlbeton |
| Gesamtlänge: | 132 m |
| Größte Spannweite: | 90 m |
| Lichte Höhe über der Salgina: |
93 m |
![]() |
| Ausschreibungstext in der "Schweizerischen Bauzeitung" |
![]() |
| Das Lehrgerüst von Richard Coray: Ein Kunstwerk auf Zeit |
Obwohl Richard Coray kein Ingenieur sondern ein Zimmermann war, muss man seinen Namen in einem Atemzug mit den größten Brückenbauern der Welt nennen, denn seine genialen Lehrgerüste machten es überhaupt erst möglich, weit gespannte Brücken aus Beton zu bauen. Das Bauwerk bleibt, während das Lehrgerüst nur von kurzer Lebensdauer ist und schnell in Vergessenheit gerät. Es wird daher leicht übersehen, dass ein solides Lehrgerüst ein technisches und handwerkliches Meisterwerk ist und Richard Coray war einer der besten Gerüstbauer aller Zeiten.
Richard Coray wurde 1869 in Trin/Kanton Graubünden geboren. Nach einer Lehre zum Zimmermann gründete er mit einem Kompagnon eine Firma für Holztransporte. Seine Hauptaufgabe bestand im Herstellen von Seilriesen im Gebirge. Schon bald erhielt die Firma den ersten Auftrag für ein Brücken-Lehrgerüst im Versamer Tobel, schloss das Projekt jedoch mit einem Defizit ab und löste sich schließlich auf. Die Arbeit war aber von erstklassiger Qualität, so dass sich für Richard Coray nach einem kurzen Auslandsaufenthalt weitere Aufträge ergaben. In der Zeit von 1898 bis 1940 war Coray praktisch an allen wichtigen Brückenbauprojekten in der Schweiz beteiligt. Unter anderem baute er Lehrgerüste für die Rabiusabrücke bei Versam (1898), den Wiesener Viadukt (1906), den Langwieser Viadukt (1913) und die Hinterrheinbrücke bei Sils (1925). Allerdings war die Auftragslage nicht immer zufriedenstellend und die Gewinne erlaubten Coray keine großen Rücklagen. Dadurch war er immer wieder gezwungen, Arbeiten ganz anderer Art anzunehmen. So baute er eine Milchtransportseilbahnen, barg eine abgestürzte Lokomotive der Rhätischen Bahn aus dem Inn, baute eine Skihütte für den Schweizerischen Alpenclub in Nagiens, sicherte gemeinsam mit Robert Maillart den schiefen Turm von St. Moritz und rettete einen Höhlenforscher aus einem stillgelegten Bergwerksstollen. Gegen Ende der 30er Jahre übernahmen Corays Söhne mehr und mehr die Geschäfte und er zog sich langsam aus dem Berufsleben zurück. Richard Coray starb im Herbst 1946 nach einer längeren Krankheit im Alter von 77 Jahren in seinem Wohnort Wiesen/Graubünden. |
![]() |
| Die Perspektive aus dem Flussbett veranschaulicht
die enorme Höhe der Brücke © Stephan Traber |
|
Quellen: David J. Brown: "Brücken, kühne Konstruktionen über Flüsse, Täler, Meere" Bernhard Graf: "Die schönsten Brücken der Welt" www.wikipedia.de Haben sie noch mehr Informationen zu dieser Brücke? Oder sind sie im Besitz weiterer Fotos, die sie für dieses Internetangebot zur Verfügung stellen würden? Dann senden sie mir eine Mail: |
||||||||||||
|
|
Ich bedanke mich für die freundliche Unterstützung bei:
Andreas Kessler, Schiers/Schweiz Stephan Traber, Amriswil/Schweiz |
© Bernd Nebel
|